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Presseecho
Ausgabe: HAZ  Datum:05.04.2008 


Verein besucht Bergen-Belsen
Hemminger Bürgergruppe besichtigt das ehemalige Konzentrationslager bei Celle

HEMMINGEN. Der Bürgerverein Hemmingen hat die Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht. Das sonnige Wetter entsprach nicht dem bedrückenden Anlass, als der Bürgerverein das ehemalige Konzentrationslager besuchte. 32 Interessierte wurden mit der unrühmlichen Vergangenheit konfrontiert.
    Ursprünglich war Bergen-Belsen ein Kriegsgefangenenlager für belgische und französische Gefangene und später ein „Russenlager“. Ab März 1944 wurden aus anderen Konzentrationslagern kranke Häftlinge dorthin verlegt und ab August 1944 kamen vorwiegend Frauen und Kinder aus Auschwitz-Birkenau und aus anderen bereits aufgelösten
Lagern, unter ihnen Anne und Margot Frank.
Zuerst führte der Weg vorbei am ehemaligen Lagereingang zur Verladerampe. Bei der Rampe handelt es sich um einen historischen Ort, der nicht in Vergessenheit geraten darf: Hier begann der Marsch der erschöpften Menschen, die unter scharfer Bewachung sechs Kilometer zu Fuß ins Lager getrieben wurden. Ein Teil der Rampe (das älteste Gleis ist von 1936) wurde 2000 unter Denkmalschutz gestellt. Dort befindet sich ein restaurierter Waggon als Mahnmal. In diesen Waggons hatte jeder Häftling eine Standfläche von lediglich 25 mal 25
Zentimetern. Bei Transportzeiten von teilweise bis zu 14 Tagen haben viele diese Tortur nicht überlebt.
    Im Mittelpunkt der Gedenkstätte steht das neu gestaltete Dokumentationszentrum. Seine klare und ernste Ausstellungs-Architektur versucht mit Fotos, Filmen und Texten, Zeugenberichten und Artefakten den Toten von Bergen-Belsen in ganz persönlicher Weise die Würde zurückzugeben, die den Lebenden dort genommen wurde.
    Unter dem Motto „Spuren suchen – Spuren sichern“ haben Jugendliche aus unterschiedlichen Nationen seit 1993 in zahlreichen Workcamps bauliche Reste des ehemaligen Konzentrationslagers wieder freigelegt, dokumentiert und erforscht. Die Freilegungsarbeiten haben die Gedenkstätte verändert und sind nun für alle Besucher zugänglich.
    Nach einem ausgedehnten Gang über das Gelände fuhr die Gruppe nachdenklich zum Naturhotel Gut Sundern nach Meißendorf. Dort konnte das Gesehene und Gehörte bei Kaffee und Kuchen etwas verarbeitet werden.
Verein besucht Bergen-Belsen




Der Bürgerverein taucht in ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte ein.
 
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