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Presseecho
Ausgabe: HAZ  Datum:10.11.2010

Neue Eiche verbindet Generationen

Von Alexandra Jaeger Hemmingen. „Zu fällen einen schönen Baum braucht?s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk? es, ein Jahrhundert.“ Manchem der vielen Anwesenden wird dieser uralte Vers durch den Kopf gegangen sein, als gestern vor der Kapelle im Alten Dorf die fast sieben Meter hohe, neue Friedenseiche in ihr Pflanzloch gehievt wurde. Denn auch wenn Bürgermeister Claus Schacht und die Gartenbauexperten Frank Glende und Bernd Specht viele Schaufeln Erde bewegen mussten, um den mächtigen Wurzelballen zu bedecken, wurde beim Anblick des vergleichsweise dünnen Stamms eines ganz deutlich: Bis die Eiche die Größe ihrer Vorgängerin erreicht hat, werden Jahrzehnte vergehen. Umso erfreulicher, dass die lang ersehnte Pflanzaktion von Heimatbund, Bürgerverein und Trinitatis-Kirchengemeinde auch von fast 100 Miniatur-Hemmingern des Kindergartens Berliner Straße begleitet wurde. Denn genau wie die Drei- bis Sechsjährigen, die die neue Eiche gestern mit einem eigens für den feierlichen Anlass von Erzieherin Astrid Jeske umgeschriebenen Lied begrüßten, wird die Eiche größer werden und mit dem Heimatdorf verwachsen. „Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir in den Nachkriegsjahren unter der alten Friedenseiche Völkerball gespielt haben und welch wichtiger Treffpunkt das für uns Kinder und Jugendliche war“, sagte Lilo Schnehage. Der im Jahr 1913 gepflanzte Baum sei immer Mittelpunkt des Alten Dorfes gewesen. Die Vorstellung, dass in ein paar Jahren etwa eines der Kinder, die den Baum begrüßt haben, im Schatten der neuen Eiche heirate, sei für sie deshalb „einfach schön“. Auch Schacht machte aus seiner Freude über die Neupflanzung keinen Hehl: „Wenn man bedenkt, wie viele Menschen hier an einem Dienstagmorgen zusammengekommen sind, um einen Baum zu pflanzen, sieht man einfach, wie groß die Identifikation der Hemminger mit ihrem Wohnumfeld ist“, sagte der Rathauschef. Er sei froh darüber, dass auf dem Platz vor der alten Kapelle nun endlich wieder ein prägender Baum stehe. „Der gehört hier einfach hin.“ Für ihn habe der Arbeitskreis Friedenseiche ganze Arbeit geleistet, nachdem der alte, von einem Pilz zerstörte Baum im vergangenen Jahr gefällt werden musste. „Ein besseres Datum als den 9. November hätte es nicht gegeben“, sagte Schacht.

Unternehmer spenden Baum

Von Alexandra Jaeger Hemmingen-Westerfeld. Könnten die Bewohner des Alten Dorfes entscheiden – sie hätten ihr Unwort des Jahres längst gefunden: Tropfender Schillerporling. Schließlich war es genau dieser äußerst zerstörungswütige Baumpilz, der ihnen das Wahrzeichen der Ortschaft raubte. Nach langem Hin und Her, eingehenden Gutachten und vielen Diskussionen stand im Mai 2009 fest: Die alte Friedenseiche ist so krank, dass sie eine Gefahr für die Passanten darstellt und gefällt werden muss. Nur schwer konnten sich die Anwohner damals mit dieser Tatsache abfinden. Kein Wunder also, dass gestern fast 150 Interessierte jeden Alters auf den Platz vor die alte Kapelle kamen um zu sehen, wie die neue Eiche gepflanzt wird. Der mehr als 5000 Euro teure Baum wurde von den Hemminger Gartenexperten Frank Glende und Bernd Specht gespendet und gepflanzt. „Um allerdings zu verhindern, dass der Pilz den neuen Baum auch krank macht, mussten wir das Erdreich weiträumig ausheben“, sagte Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht. „Jetzt kann die Eiche wachsen.“ Für Schacht war besonders wichtig, dass der Kapellenplatz wieder zum Mittelpunkt des Alten Dorfes werde. „Und dazu trägt ein so prägender Baum bei.“ Sorge, dass die Eiche zu groß für den historischen Ort werde, hat er nicht. Schließlich habe die alte Eiche fast 100 Jahre dort gestanden.

Bürgermeister Claus Schacht (Vierter von rechts) bedankt sich bei Frank Glende (Dritter von rechts) und dessen Frau Yvonne, die die Friedenseiche gestiftet hatten, sowie bei Bernd Specht, der den Baum kostenlos pflanzt.Jaeger

  

 
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