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Presseecho
Ausgabe: HAZ  Datum: 18.08.2006


Nur wenig kontrovers (von links): Reinhard Hoffmann, Klaus Rath, Ulrich Bloch und Jürgen Grambeck diskutieren im Hemminger Kulturzentrum bauhof gemeinsam mit SPD-Mann Jens Beismann (nicht im Bild) ungewohnt zahm über Stadtentwicklung, Infrastruktur und Haushaltsfragen.
Zottl 

Politiker vermitteln Harmonie

Podiumsdiskussion mit Hemminger Fraktionen liefert unerwartet wenige Kontroversen

Ungewohnt harmonisch, aber auch nur mit einzelnen Akzenten ist eine Podiumsdiskussion mit fünf Hemminger Fraktionen am Mittwochabend im Kulturzentrum bauhof über die Bühne gegangen.
VON PETRA ZOTTL
HEMMINGEN. Drei Themen bildeten den Schwerpunkt der vom Bürgerverein organisierten Veranstaltung: Zu Stadtentwicklung, Infrastruktur und dem kommunalen Haushalt sollten sich die Fraktionen von CDU, DUH, FDP, Grüne und SPD äußern. Moderator Gerd Staschen vom Bürgerverein hatte einen Fragenkatalog zusammengestellt und versuchte, die Fraktionsvorsitzenden Ulrich Bloch (CDU), Reinhard Hoffmann (DUH), Klaus Rath (FDP), Jürgen Grambeck (Grüne) und Jens Beismann (SPD) zu eindeutigen Aussagen zu zwingen.
Doch damit taten sich die Fraktionschefs schwer: In vielen Themenbereichen vermittelten die Politiker unerwartet harmonische Einigkeit und verließen mit Aussagen wie „Also eigentlich wünschen wir uns das nicht“ selten das sichere Terrain. Eindeutige Unterschiede wurden vor allem in Detailfragen sichtbar.
Lediglich das Thema Haushalt und Steuern erhitzte die Gemüter der Fraktionschefs in bester Ratssitzungsmanier. FDP-Mann Rath und sein DUH-Kollege Hoffmann distanzierten sich von der derzeitigen Ausgabenpolitik. Rath bezeichnete die Gebührenbefreiung für das dritte Kindergartenjahr als Wahlgeschenk, während Hoffmann von einem Scheitern des Rats in puncto Finanzen sprach. Mut zu unpopulären Aussagen bewies Grünen-Fraktionschef Grambeck beim Thema Grundsteuererhöhung. „Es ist immer schön zu sagen, dass wir keine Steuererhöhungen wollen, und nach der Wahl kommt sie doch“, sagte er und appellierte daran, Erhöhungen zu Gunsten einer guten Infrastruktur hinzunehmen.
Am Ende zeigten sich die Besucher zufrieden. „Ich bin ein wenig schlauer geworden. Ob dies Einfluss auf meine Wahlentscheidung hat, weiß ich aber nicht“, sagte Wolfgang Walther. Überrascht von so viel Harmonie war Gundula Pohl: „Ich hatte mehr Spitzen erwartet. Doch es gab trotzdem keine Langeweile.“ Enttäuscht war der Verein über die Zahl von 45 Zuhörern.

 

  

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