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Presseecho
Ausgabe: HAZ  Datum: 10.01.2007 und  25.01.2007

Bürgerverein fordert Modernisierung der Bücherei

80 Gäste beim Neujahrsempfang des Vereins im Rathaus – Mitglieder wollen Radwege-Zustand dokumentieren

VON PETRA ZOTTL
HEMMINGEN-WESTERFELD. 80 Vertreter Hemminger Vereine und Verbände, aus der Verwaltung und der Politik haben am Montagabend den Neujahrsempfang des Bürgervereins im Rathaus besucht. Die Vereinsvorsitzende Hannelore Hapke begrüßte unter anderem auch Vize-Bürgermeisterin Gerda Meyer sowie die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth.
Hapke lieferte den Besuchern einen Rückblick auf die Vereinsaktivitäten 2006. Ein Höhepunkt sei eine Podiumsdiskussion zur Kommunal
wahl gewesen. „Dort konnten sich unschlüssige Wähler eine Meinung bilden“, sagte sie.
Mit besonderem Stolz blicke der Verein auf sein „Kind“, die neue Bürgerstiftung, die binnen eines Jahres ein Kapital von mehr als 200 000 Euro angehäuft hat. „Dieses Kind hat sich mittlerweile von uns abgenabelt und steht fest auf seinen eig
enen Beinen.“ Von der Stadt forderte Hapke einen Zuschuss für die Stadtbücherei, um neben dem Bücherangebot auch das Ausleihsystem auf den neuesten Stand zu bringen. „Es ist hinterwäldlerisch für Hemmingen, keine Onlinevernetzung mit hannoverschen Büchereien zu haben“, sagte sie. Darüber hinaus wolle der Verein 2007 den schlechten Zustand mancher Radwege in Hemminger Ortsteilen dokumentieren und dies der Stadt vorlegen.
Meyer kommentierte diese Pläne in ihrer Rede nicht. Sie betonte, nicht autorisiert zu sein, 
über Haushaltsfragen zu sprechen, kündigte aber an, die Stadt wolle 2007 Familien und die Bildung fördern sowie die Sanierung der Schulen und des Hallenbades vorantreiben, „sofern es die Haushaltslage zulässt“. Spätestens im Jahr 2008 solle es in Arnum eine Jugendeinrichtung geben, die sich an Bedürfnissen der Jugend orientiere.

Bürgermeister Schacht nimmt
die Stadtbücherei in Schutz

Online-Vernetzung mit Bibliotheken
Hannover nicht praktikabel
Von Stefan Vogt
hemmingen. Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht weist den Vorwurf zurück, die Stadtbücherei im Rathaus arbeite unter „hinterwäldlerischen“ Bedingungen. Die Stadtbücherei sei ein hervorragend geführtes Angebot, der Bestand an Büchern und elektronischen Medien sei größer als der vergleichbare in Pattensen,
sagt Schacht. Zudem habe die Kommune in dessen Ausbau rund 100 000 Euro gesteckt. Durch den Umzug in die neuen Räume im Rathaus sei der Zulauf der Bücherfreunde noch gewachsen. „Die
Bücherei wird gut angenommen, doch sie wird schlechtgeredet“, kritisiert er. Anlass für den Unmut ist eine Äußerung von Hannelore Hapke, der Vorsitzenden des Bürgervereins Hemmingen, beim alljährlichen
Neujahrsempfang. Dort hatte sie einen Zuschuss für die Stadtbücherei gefordert, um neben dem Bücherangebot auch das Ausleihsystem auf den neuesten Stand zu bringen. Zudem bemängelte sie, dass es keine Onlinevernetzung mit Büchereien in Hannover gebe. Dies sei hinterwäldlerisch. Der Forderung des Bürgervereins hat sich mittlerweile die SPD angeschlossen. Sozialdemokrat Schacht sieht es allerdings eher skeptisch, sich an hannoversche Angebot digital anzuhängen. Dies koste viel Geld und sei wenig praktikabel. „Wer soll denn die bestellten Bücher aus
Hannover holen?“, fragt er. Die Stadt habe keinen Fahrdienst. Auch die Digitalisierung des Bücherbestands und der Ausleihe ist nach Ansicht Schachts nicht aus der hohlen Hand zu bewältigen. Zurzeit wird der Bestand noch mit Karteikarten verwaltet. Für die Umstellung müssten die Mitarbeiter alle Titel erfassen und speichern.
Dies bedeute hohen personellen Aufwand. 


 
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